“Eine neue Königin im Bienenstaat”

Nikolai Roth Allgemein, Interviews Leave a Comment

Die Ansprüche der digitalisierten Gesellschaft erreichen zunehmend die gesamte Immobilienbranche und stellen damit auch die Immobilienverwaltung vor neue Herausforderungen. Um vor allem diesen Bereich für die Digitalisierung der Immobilienwirtschaft zu wappnen, hat die Serthoro GmbH die Plattform Beestate entwickelt, die seit kurzem die PropTech-Szene bereichert.  Im Gespräch mit den Serthoro-Geschäftsführern Sebastian Hölzlein  und Roger Krieg erfahre ich, wie das Unternehmen mit der Plattform Beestate den Bereich Facility Management revolutionieren will.

Beestate & die Immobilienverwaltung

Wie bereichert Beestate die Immobilienwirtschaft?

Beestate will den FM-Einkauf revolutionieren

Beestate will den FM-Einkauf revolutionieren©Beestate

Beestate ist die erste digitale Plattform für den gesamten FM Sourcing-to-Contract-Prozess. Dabei lässt sich unser Produkt mit einem Bienenstaat vergleichen. Es wird nichts gemacht, was nicht gebraucht wird, aber es wird alles gemacht, was gebraucht wird. Und weil dieser Beschaffungsprozess einfach, strukturiert und zielgerichtet ist, verdient unsere Plattform den Namen Beestate.

In der FM-Beratung beträgt die durchschnittliche Ausschreibungs- und Vergabezeit für ein Objekt vier bis fünf Monate. 80 bis 90% der FM-Services sind bei den meisten Standard-Gewerbeimmobilien identisch. Dennoch handhabt der Markt den Beschaffungsprozess individuell. Das ist nicht notwendig. Mit Beestate lassen sich FM-Einkaufsprozesse in einem Drittel der Zeit abwickeln – effizient und genauso gut.

Mit Kooperationspartnern mehr Synergieeffekte erzielen

Euer Unternehmen wurde aus der Serthoro GmbH – einem Zusammenschluss der Alpha IC GmbH und der RESO Group AG gegründet. Welche Vor- und Nachteile ergeben sich daraus für euch als junges PropTech?

Herausforderungen aus der deutsch-schweizerischen Kooperation nehmen wir gerne an, aber viel wichtiger sind die vielen Synergien und Mehrwerte aus diesem Zusammenschluss. Alpha IC bringt die geballte FM-Kompetenz mit fast 20 Jahren Erfahrung in der FM-Beratung und der Durchführung von über 1.000 Vergabeprojekten mit einem Einkaufsvolumen von rund 500 Mio. Euro. Die Software-Komponente ist auf eine BtoC-Auktionsplattform für Reinigungsdienste zurückzuführen, die von der RESO Group ins Leben gerufen wurde. RESO Group lieferte quasi die Bienenwabe und Alpha IC hat diese mit Honig gefüllt.

Die besten Dienstleister für die Kunden

Wie stellt ihr die Einhaltung von hohen Qualitätsstandards bei euren Dienstleistern sicher? Wie genau läuft der Auswahlprozess für potentielle Dienstleister bei euch ab?

Beestate beinhaltet ein Fünf-Sterne-Bewertungssystem, das bereits aus dem Hotelumfeld oder diversen Online-Shops bekannt ist. Ein absolut bewährtes System, das jeder kennt und keine Manipulation zulässt. So ist die Qualität des Dienstleisters durch eine echte Bewertung der Auftraggeber auf einen Blick erkennbar.

Um einen hohen Standard zu garantieren, kann sich ein Dienstleister nicht selbst ins System eintragen. Erst nach Prüfung der geforderten, hochgeladenen Dokumente, gilt der Dienstleister als verifizierter Anbieter und steht als Bieter für den Besteller zur Auswahl.

Die Plattform Beestate in der Desktop-Ansicht

Die Plattform Beestate in der Desktop-Ansicht©Beestate

Für den maximalen Mehrwert aus der Beestate-Plattform, hinterlegt der Dienstleister im nächsten Schritt seine Einheitspreiskataloge (EP). In Kombination mit einem Abo kann er nun auf Knopfdruck auf jede kommende Anfrage zur Ausschreibung reagieren. Diese einmalig zu hinterlegende Urkalkulation kann für multiple Vergabeverfahren genutzt werden. Das spart Zeit und der Wettbewerbsvorteil ist voll ausgeschöpft!

Besseres Portfoliomanagement durch neue Features

Das Release 2 wird es Kunden ermöglichen einzelne Gebäude aus ihrem Portfolio für den Einkaufsprozess zu selektieren. Welchen Zusatznutzen können die Kunden daraus ziehen?

Bei bestehenden Gebäuden aus dem Portfolio hat der Auftraggeber die Möglichkeit einen Forecast mit aktuellen Marktpreisen abzugreifen. Einzelne Segmente aus dem Leistungsverzeichnis können geprüft und mit dem Benchmark bewertet werden. Besteht eventuell Bedarf neu auszuschreiben? Mit dieser Funktion lässt sich bares Geld sparen.

Nimmt man ein neues Gebäude in sein Portfolio auf, ist eine Vorschau auf aktuelle Marktpreise in Bezug auf das jeweilige Objekt möglich. Dies bietet Kostensicherheit für die eigene Budgetplanung.

Natürlich wird es mit der Release 2 noch weitere Features geben – ein bisschen Spannung muss aber noch bleiben.

Die Zukunft der Immobilienbranche

Wie sieht die Immobilienbranche der Zukunft aus? Welche Rolle nimmt Beestate dort ein? Wie wollt ihr den Markt in den nächsten 10 Jahren verändern?

PropTechs sind auf dem Vormarsch und neue, disruptive Technologien halten Einzug in die nicht mehr ganz so innovationsscheue Immobilienbranche. Sowohl die Facility Management Dienstleister als auch die Auftraggeber werden sich den neuen Herausforderungen stellen müssen, um am Markt vorne mitspielen zu können.

Mit der Entwicklung von Beestate sind auch wir dem Wunsch des Marktes nach nutzerfreundlichen Tools, digitalen Workflows und mehr Effizienz gefolgt. Unsere Plattform bietet den ersten dig-

Serthoro-Geschäftsführer Sebastian Hölzlein ©Beestate

italen, marktkonformen Fullservice-FM-Beschaffungsprozess! Erst vor wenigen Monaten gegründet, wird bereits jetzt das erste Pilotprojekt mit einem Einkaufsvolumen von 4 Mio. Euro ausgeschrieben. Die Vergabe steht kurz bevor.

Serthoro-Geschäftsführer Roger Krieg ©Beestate

Zukünftig soll Beestate agil weiterentwickelt werden. So ist die Funktion „Portfoliomanagement“ angedacht, mit der ein Überblick zum gesamten Immobilienportfolio mit allen involvierten FM-Dienstleistern als Managementplattform für ein kontinuierliches Monitoring genutzt werden kann.

Die Digitalisierung schreitet voran und die technologischen Entwicklungen verlaufen rasend schnell. In Zeiten von Smart Building, Internet of Things oder Big Data Analysis, wollen wir uns nicht festlegen, wo das System in 10 Jahren steht. Es geht uns viel mehr darum zukünftige Anforderungen gemeinsam mit den adressierten Nutzern zu validieren und nach Bedarf weitere, wertvolle Use Cases abzubilden.

Vielen Dank für das spannende Gespräch, Sebastian und Roger.

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